_Herrenausstatter.de hat in 28 Jahren Unternehmensgeschichte noch kein tragbares Kleidungsstück entsorgt_
München, Februar 2026 – Die EU-Kommission hat am 9. Februar neue Vorschriften im Rahmen der Ecodesign for Sustainable Products Regulation (ESPR) verabschiedet: Ab dem 19. Juli 2026 dürfen große Unternehmen unverkaufte Kleidung, Schuhe und Accessoires nicht mehr vernichten. Ab 2030 gilt das Verbot auch für mittlere Unternehmen. Zudem müssen Firmen ab Februar 2027 offenlegen, wie viel unverkaufte Ware sie entsorgen.
Die DePauli AG, Betreiberin von Herrenausstatter.de, begrüßt die Regelung – trotz grundsätzlicher Skepsis gegenüber der europäischen Regulierungsdichte.
„Wir sehen die Flut an Vorschriften aus Brüssel kritisch – sie belastet den europäischen Mittelstand und gefährdet unsere Wettbewerbsfähigkeit“, erklärt Renata DePauli, Gründerin und CEO der DePauli AG. „Aber diese Regelung ist überfällig. Neuwertige Kleidung zu vernichten – das ist eine Geisteshaltung, die unsere Großeltern nicht begriffen hätten und die auch heute nicht mehr zeitgemäß ist.“
Die Dimension der Verschwendung
Nach Angaben der EU-Kommission werden in Europa jährlich zwischen vier und neun Prozent aller produzierten Textilien ungetragen vernichtet – Hunderttausende Tonnen an Kleidung, für deren Herstellung Rohstoffe, Wasser, Energie und menschliche Arbeit aufgewendet wurden. In Frankreich werden Waren im Wert von 630 Millionen Euro jährlich zerstört. In Deutschland entsorgt der Online-Handel schätzungsweise 20 Millionen retournierte Artikel pro Jahr.
„Diese Zahlen beschreiben ein System, das den Überfluss einkalkuliert und die Entsorgung als Geschäftsmodell akzeptiert“, so DePauli. „Das ist das Gegenteil von dem, was wir unter verantwortungsvollem Handel verstehen.“
28 Jahre ohne Warenvernichtung
Die DePauli AG hat in ihrer fast dreißigjährigen Unternehmensgeschichte noch kein tragbares Kleidungsstück entsorgt. Was sich in der regulären Saison nicht verkauft, geht in den Sale. Was auch dort keinen Käufer findet, wird gespendet oder über spezialisierte Partner weiterverkauft.
„Ein hochwertiger Anzug, der nicht verkauft wird, ist immer noch ein hochwertiger Anzug“, betont DePauli. „Ihn zu vernichten, ist nicht nur Verschwendung – es ist respektlos gegenüber den Menschen, die ihn entworfen, produziert und transportiert haben.“
Besseres Bestandsmanagement statt nachträglicher Entsorgung
Die neuen EU-Regeln sehen vor, dass Unternehmen auf Wiederverkauf, Spende, Aufarbeitung oder verbessertes Bestandsmanagement setzen sollen. Für die DePauli AG ist das keine Umstellung, sondern Bestätigung der eigenen Praxis.
Das Unternehmen setzt schon seit 2024 KI-Systeme ein, um die Treffsicherheit bei der Vororder zu verbessern und Überbestände von vornherein zu reduzieren. Der Sale bleibt dabei ein bewährtes Instrument, um Restware sinnvoll abzuverkaufen statt zu vernichten.
„Die beste Entsorgungsstrategie ist, gar nicht erst zu viel einzukaufen“, sagt DePauli. „Aber in einem Geschäft, das auf Prognosen basiert, wird es immer Restbestände geben. Die Frage ist nur, was man damit macht.“