Dass die Küche zunehmend als Teil des gesamten Wohnraums betrachtet wird, zeigen auch die aktuellen Küchentrends. Die Arbeitsgemeinschaft Die Moderne Küche (AMK) beschreibt für 2026 eine Entwicklung hin zu reduzierten Formen, natürlichen Oberflächen und einer stärkeren Verbindung der verschiedenen Wohnbereiche. Die Küche wird damit zunehmend raumübergreifend geplant.
Wird sie von Beginn an in die Gebäudeplanung einbezogen, können Wände, Möbel und Funktionsbereiche optisch miteinander verschmelzen. Küchengeräte lassen sich in raumhohe Einbauten integrieren, während sich Materialien und Gestaltungselemente durch den gesamten Raum ziehen. So können die klassischen Grenzen zwischen Küche und Wohnbereich zunehmend aufgelöst werden.
Wie das aussehen kann, zeigt die Faber Küchenmanufaktur in Flein mit einer Architektenküche in einem modernen Wohnhaus nahe Heilbronn. Prägendes Element ist eine raumfüllende Lamellenwand aus massivem Eichenholz. Sie strukturiert den Raum und integriert gleichzeitig Teile der Küchentechnik. Ein gezielt gesetzter Einschnitt in der Wand öffnet den eigentlichen Arbeitsbereich mit einer Arbeitsfläche aus Dekton.
Im Zentrum steht eine Kücheninsel aus massivem Schwarzstahl. Ihre klare Geometrie lässt sie wie einen eigenständigen architektonischen Körper wirken. Nur acht Millimeter starke Arbeitsplatten unterstreichen dabei die reduzierte Gestaltung. Massives Eichenholz, Dekton und Schwarzstahl bilden die bewusst reduzierte Materialkomposition.
„Die Architektenküche steht für eine Planungsphilosophie, bei der die Küche nicht als Möbel, sondern als Bestandteil der Architektur verstanden wird“, sagt Innenarchitektin Michaela Faber.
Auch im Inneren setzt sich der handwerkliche Ansatz fort. Die Auszüge werden aus massiver Eiche gefertigt und sind damit sichtbarer Teil der Gestaltung.
Das Projekt zeigt, welchen Unterschied der Zeitpunkt der Küchenplanung machen kann. Wird die Küche von Anfang an als Teil der Architektur verstanden, muss sie sich später nicht in einen bereits fertigen Raum einfügen. Raum, Funktion und Einrichtung können stattdessen als gemeinsames Konzept entstehen.